Borderline Zufall 05e

Zentral- Krankenhaus Bremen- Ost

Erfahrungsbericht von Lanah über das Zentral- Krankenhaus Bremen- Ost

Zentral- Krankenhaus Bremen- Ost 3 Psychosomatische Therapie- Station über das Institut von Dr. Haak (Haus 16)
Die Station ist jetzt in Haus 5.

Ist die einzige Therapiestation dort im Haus! Wenn man dort aufgenommen werden möchte muß man sich erst in seinem Institut vorstellen. Er und seine Mitarbeiter entscheiden ob man für diese Station geeignet ist oder nicht. Die Wartezeit ist ganz unterschiedlich, ich kam nach einer Woche dran. Diese Station ist keine reine Borderline- Station. Es sind viele verschiedene Persönlichkeitsstörungen, viele mit Depression oder auch Bipolare Störungen: eigentlich viel. Ich persönlich fand das sehrgut. Das Konzept dort ist überwiegend Gruppentherapie und eine offene Station. Das mit der Gruppentherapie schreckt viele ab. Ich kann aber nur sagen dass dort sehr sensibel mit allem ungegangen wird. Und mir hat es sehr geholfen zu hören dass es auch andere Patienten mit so "verrückten" Gedanken im Kopf gibt. Hätten die die schon länger in der Gruppe waren mir nicht "gezeigt" das ich auch über solche mir unangenehmen dinge reden kann, hätte ich es wohl bis heute nicht getan. Man muß sich selber für Redezeit in der Gruppe anmelden am Anfang und in der Zeit geht es nur um dich. Die ganze Gruppe beschäftigt sich nur mit deinem Thema. Es gibt Regeln aber ich muß auch ganz ehrlich sagen das es manchmal auch darum ging das die anderen dir zeigen wie du auf sie wirkst. Da habe ich auch viele unschöne Dinge hören müssen. Es ist aber nie so dass "alle auf einem rumhacken". Aber manchmal gehörten auch heftige Diskussionen dazu. Das schöne ist wenn wir den Gruppentherapieraum verlassen haben wurde nicht mit rausgenommen.

Es ist jeden Tag 1.5 Stunden Gruppe und noch mindestens eine andere Therapie. Dazu gehört: Rollenspiel: das schauspielerische nachspielen von schwierigen erlebten Situationen oder das vorbereiten auf kommende. Maltherapie: Deine jetzigen Gefühle in ein Bild malen und anschließend in deiner Gruppe besprechen Gestaltung: Zu einem vorgegebenen Thema ein Bild malen und in der Gruppe besprechen Z.B. "meine erste große Liebe" Bewegungstherapie: Sport mit zwischenmenschlichen Übungen! Angsttraining: dazu muß man sich jede Woche ein Thema aussuchen, z.B. wie wünsche ich mir meine nahe Zukunft. Dazu konntest du dann in der Woche ein bericht schreiben und musstest den in der Gruppe vorstellen. Und dir ein neues Thema für die nächste Woche aussuchen. Das konnten auch praktische Sachen sein. Es geht darum dich mit Sachen auseinander zu setzten die du sonst meidest oder vor den du sogar Angst hast.. Jacobsen: Endspannung nach Jacobsen jeden Tag eine halbe Stunde Gruppenausflug: alle zusammen Planen und ausführen Werken: 3 Stunden lang. Entweder mit Ton arbeiten oder Speckstein. deine Arbeiten besprechen die auch im Team.

Einzelgespräche gab es nur wenn du dich in eine Liste eingetragen hattest und es selber wolltest. Wenn du Buch führen musst über dein essen musst du dort dein Buch zeigen. Oder deine aktuellen Medikamente. Es kam auch vor das die Ärztin dich bittet dich in die Liste einzutragen. Aber Therapie gibt es nur in der Gruppe. Auch über SVV sollst du in der Gruppe sprechen. Das ist schwer wenn man weiß dass nicht alle in der Gruppe dies tun. Aber tut gut. Es wird darum gebeten dass du alle Wunden zeigst. ich habe zweimal die Woche die Einzelgespräche zum zeigen bekommen. Also kein Gespräch sondern zeigen des Essensbuch und zeigen der Wunden. WICHTIG: es gab nie ärger für SVV. Sie waren alle sehr lieb. Dann hätte ich es auch nie mehr gezeigt. Natürlich fanden sie es nicht gut, versteht es nicht falsch aber noch extra Strafen gab es nicht. Ich weiß auch so dass es ein falsches Verhalten ist und bin freiwillig dort weil ICH etwas ändern will!!!! Im Zweifel flog man halt raus!

Die Regeln dort sind streng aber gut. Die Mahlzeiten werden zusammen zur gleichen zeit, mit festen Sitzplätzen eingenommen. Immer eine halbe Stunde mussten alle zusammen am Tisch bleiben. Es gab auch viele mit Essstörungen. Wenn du zuspäht zu den Therapien kommst gab es ein Ausschluss von der Therapie und eine Anschließende Extrabilanz! Bilanz: findet ca. alle zwei bis vier Wochen statt. Mit dem Oberarzt zusammen. Viele hatten Angst davor, war aber unbegründet. Es ging darum was du bisher erreicht hast und was du noch erreichen möchtest. Und der Termin für die nächste Bilanz wurde festgelegt. Eine Extrabilanz hingegen gab es nur bei Regelverstößen und endete nicht selten mir einem Rausschmiss. Mein Fazit: super! Ich habe in keiner Therapie so viel gelernt wie dort. Und ich habe schon viele mitgemacht. Es war eine anstrengende Zeit aber auch eine an die ich gerne zurück denke. Ich habe viel über mich gelernt was mir heute unglaublich hilfreich ist. Mit fünf Mitpatienten bin ich noch immer gut befreundet und wir alle sind uns sicher wenn es wieder sein müsste würden wir wieder auf diese Station gehen.

Gruß von Lanah

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