Borderline Zufall 04e

Was bedeutet Behinderung?

Dem Gesetz nach sind Menschen behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft daher beeinträchtigt ist.

Die Auswirkung der Funktionsbeeinträchtigung ist als Grad der Behinderung (GdB) in Zehnerstufen von 20 bis 100 festzustellen. Schwerbehinderte Menschen im Sinne des Gesetzes sind Personen mit einem Gesamtgrad der Behinderung von wenigstens 50.

Bei der Feststellung des Grades der Behinderung werden die bundeseinheitlich geltenden "Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertengesetz" zugrunde gelegt. Diese enthalten Bewertungsmaßstäbe zur Beurteilung von Funktionsbeeinträchtigungen, die auf aktuellen medizinischen Erkenntnissen beruhen.

Der Ausweis

Der Schwerbehindertenausweis dient als Nachweis für die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen und anderen Rechten.

Schwerbehinderte können mit den festgestellten Merkzeichen und dem Grad der Behinderung (GdB) eine Reihe von Nachteilsausgleichen in Anspruch nehmen.

Je nach Behinderung, stehen Schwerbehinderten z. B. folgende Nachteilsausgleiche zur Verfügung:

o Kündigungsschutz im Arbeitsleben
o Zusatzurlaub
o Einkommenssteuerfreibeträge
o Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht und Sozialtarif bei der Deutschen Telekom
o Parkerleichterungen
o Kfz-Steuerermäßigung oder -befreiung
o Steuerrechtliche Nachteilsausgleiche (z. B. Freibeträge)
o unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr (auch für Begleitpersonen)
o Freibeträge beim Einkommen für den Bezug von Wohngeld
o verbilligte Eintrittspreise für diverse Veranstaltungen (Sport, Kultur usw.)

Das Versorgungsamt ist im Bereich der Nachteilsausgleiche nur für die Anerkennung der unentgeltlichen Beförderung und für die Feststellung der gesundheitlichen Merkmale (Merkzeichen/GdB) zuständig. Für die Inanspruchnahme der Nachteilsausgleiche sind Anträge bei den jeweiligen Ämter und Behörden zu stellen!                    

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Die Merkzeichen

aG bedeutet „außergewöhnlich gehbehindert".
Das Merkzeichen erhält, wer sich wegen der Schwere seines Leidens nur mit fremder Hilfe oder unter großer Anstrengung außerhalb seines Kraftfahrzeuges bewegen kann. Hierzu zählen querschnittsgelähmte Menschen, doppel-oberschenkelamputierte, doppel-unterschenkelamputierte Menschen usw.

B sowie der Satz: "Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen" bedeutet: Die Begleitperson kann ohne km-Begrenzung frei fahren, auch wenn der Schwerbehinderte selber zahlen muss.

Bl bedeutet „blind".
Blind ist ein Mensch, dem das Augenlicht vollständig fehlt. Als blind ist auch der behinderte Mensch anzusehen, dessen Sehschärfe auf keinem Auge und auch nicht bei beidäugiger Prüfung mehr als 1/50 der normalen Sehschärfe beträgt oder wenn andere Störungen des Sehvermögens von einem solchen Schweregrad vorliegen, dass sie dieser Beeinträchtigung der Sehschärfe gleichrangig ist.

G bedeutet „erheblich beeinträchtigt in der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr" (gehbehindert).
Das Merkzeichen erhält, wer infolge einer altersunabhängigen Einschränkung des Gehvermögens Wegstrecken bis 2 km bei einer Gehdauer von etwa einer halben Stunde nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder Gefahren gehen kann. Die Gehbehinderung kann auch durch innere Leiden verursacht sein, durch Anfälle oder Orientierungsstörungen.

Gl bedeutet „gehörlos".
Gehörlos ist ein Mensch mit Taubheit beiderseits oder mit einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit beiderseits, wenn daneben schwere Sprachstörungen vorliegen.

H bedeutet „hilflos".
Als hilflos ist derjenige anzusehen, der infolge seiner Behinderung nicht nur vorübergehend (also mehr als 6 Monate) für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung seiner persönlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe bedarf (z. B. beim An- und Auskleiden, beim Essen und bei der Körperpflege).

RF bedeutet: „Die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht liegen vor."
Das Merkzeichen erhalten schwerbehinderte Menschen, die wesentlich sehbehindert bzw. schwer hörgeschädigt sind oder die einen GdB von wenigstens 80 haben und wegen ihres Leidens allgemein von öffentlichen Veranstaltungen ausgeschlossen sind.

T – Telebus

Kl. bedeutet: „Die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Benutzung der ersten Klasse mit einer Fahrkarte zweiter Klasse in der Eisenbahn liegen vor."
Das Merkzeichen erhalten unter bestimmten Voraussetzungen schwer kriegsbeschädigte Menschen (ab 70% MdE).

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Wer die "Freifahrt" für den öffentlichen Personenverkehr beantragt hat erhält vom Versorgungsamt einen Nachweis seiner Berechtigung und ein Beiblatt mit einer Wertmarke. Dieses Beiblatt ist Bestandteil des Ausweises und gilt nur in Verbindung mit dem Ausweis. Es ist für die Dauer von 12 Monaten gültig bei Schwerbehinderten, die für die Wertmarke nichts zu bezahlen haben. Die anderen müssen für 6 Monate 30 € oder 12 Monate 60 € bezahlen.

Pauschbeträge

Folgende Pauschbeträge für Personen mit einer Einstufung für den Grad der Behinderung können gegenwärtig nach §33 b Einkommensteuergesetz (ESTG) beansprucht werden:

Grad der Behinderung in v. H

Pauschbetrag in €

25 - 30

310,-

35 - 40

430,-

45 - 50

570,-

55 -60

720,-

65 -70

890,-

75 - 80

1.060,-

85 - 90

1.230,-

95 - 100

1.420,-




Aktuelle Informationen zum Schwerbehindertenausweis erhalten Sie bei folgenden Stellen:
  • Versorgungsamt
  • Hauptfürsorgestelle
  • Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Behinderten Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung
  • Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung
Einen Antrag können Sie entweder formlos an das Versorungsamt senden oder unser Antragsformular verwenden, welches Sie dowloaden können.

Download Antrag (folgt per pdf)
Download Verschlimmerungsantrag ( folgt per pdf)

Weitere Informationen zum Thema Behinderung können Sie auch in der Broschüre des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung finden.

Download Broschüre Bund ( folgt)


Quellen: bmgs.bund.de ; versorgungsamt.de

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