Borderline Zufall 01e

Klink Warstein- Erfahrungen von Fio

“Von Januar bis Mitte März diesen Jahres habe ich stationäre Borderline Therapie nach DBT (Marsha Linehan) in der Klinik Warstein gemacht.

Das Vorgespräch läuft in der Regel so ab, das eine Psychologin allgemeine Fragen stellt und danach den 9 Kriterienplan durchgeht. Je nach "Ergebnis" wird man dann zur stationären Therapie eingeladen oder aber nicht.
Die Dauer ist da in der Regel 12 Wochen, die ersten 2 Wochen sind Motivationsphase und Eingewöhnung. Da die Station umzieht in eine Art "Wohnhaus" auf dem Gelände kann ich keine genauen räumlichen Angaben machen. Es gibt auf jeden Fall Einer und Zweibett-Zimmer.
Von den Skills (Fertigkeiten nach Marsha Linehan) läuft "Stresstoleranz" parallel zu den Modulen "Innere Achtsamkeit" "Gefühle" und "Zwischenmenschliche Beziehungen" . Jedes Modul dauert ca. 4 Wochen.
In der DBT Therapie geht es weniger um die traumatische oder dramatische Vergangenheit von jedem, sondern eher darum, mit den erlernten Fertigkeiten besser mit Schneidedruck, mit Beziehungen, mit überschwappenden Gefühlen/Gefühlsleere und vielem anderen im Alltag/ im Leben zurecht zu kommen. Es ist ein bisschen wie Schule oder ne Ausbildung !
Die Therapie-Angebote sind vielfältig, die übliche Gestaltungstherapie oder auch Beschäftigungstherapie, dann Musiktherapie, Entspannungstherapie, Sport, Schwimmen, die Skills, Selbsthilfegruppe, Info-Gruppe usw.
Der Tag beginnt zwischen 7:30 (Frühstück) und 7:45 (Morgenrunde beim Frühstück) der Therapietag endet immer um 17:30 mit einer Abendrunde.
Man hat aber nicht pausenlos irgendwelche Therapieangebote, sondern auch Freiräume.
Nach den ersten 2 Wochenenden darf man eine Nacht zuhause übernachten, Tagesurlaub geht von morgens bis abends 21 Uhr. Wenn man zuhause übernachtet hat muss man Sonntags also vor 21 Uhr wieder da sein, denn dann ist "Wochenendbesprechung" . In der Entlassungsphase, also die letzten 4 Wochen darf man von Freitag bis Sonntag heim.
Rauchen darf man draussen oder im Raucherraum, Alk und Drogen sind natürlich Tabu, man sollte auch clean sein wenn man Therapie macht.
Man kann sich frei bewegen, man kann nach Therapieende in die Stadt gehen oder was auch immer. Sollte nur bis 21 Uhr zurück sein. Das Schwimmbad ist richtig gut, das nächste Kino ist schon ziemlich weit weg und teuer am Wochenende, eine Besuch in Soest ist ganz nett, die Stadt ist zum Einkaufen gut, dauert mit dem Bus allerdings 1 Stunde.
Das Essen in der "Klinik" ist nicht wirklich sooo lecker, aber man überlebt da. Frühstück und Abendessen sind in Buffet-Form - allerdings eher die kleine Variante. Ach ja, zum Küchendienst wird man auch eingeteilt..... ich weiß aber nicht wie das nach dem Umzug ist.
Das Pflegeteam ist echt nett, offen und hilfsbereit. Man wird sehr herzlich empfangen. Die Psychologen dort sind auch wirklich gut.

Ich war echt froh das die Therapie nicht ans Eingemachte ging, sondern mir die Fertigkeiten vermittelt hat, die ich anwenden kann um in manchen Situationen einfach besser zu reagieren. Mir hat diese Art der Therapie echt geholfen, ich habe auch nicht mehr soviel Angst vor dem nächsten Besuch dort.... muss noch ein Modul "Gefühle" machen. “

Fio

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