Borderline Zufall 03e

Heiligenfeld-Bad Kissingen

Erfahrungesbericht von Pauli in der Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen

 

Positiv: Hervorragende Lage direkt am Kurpark, luxuriöse Einzelzimmer mit großem Bad,

Hotelstandart (war früher ein Sternehotel), gutes und gesundes Essen, supernette und hilfsbereite Mitarbeiter, achtsamer Umgang miteinander.

 Negativ:

Kein Vorgespräch vor Aufnahme, dann Zuweisung in „beliebige“ Therapiegruppe.

Meine therapeutischen Erfahrungen in der Parkklinik Heiligenfeld waren eher eine Nullrunde. Ich kam Ende 2007 mit Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung in die Parkklinik. Dort sollte meine Diagnose abgesichert werden und ich sollte auf Medikamente eingestellt werden. Nach dem Aufnahmegespräch (dies war das beste Gespräch während meines ganzen Aufenthaltes) am ersten Tag hatte ich auch ein ganz gutes Gefühl und war offen für die Therapie. Auch in meiner Kerngruppe wurde ich herzlich aufgenommen und hatte, gerade in der schwierigen Anfangszeit immer jemanden an meiner Seite.
Für unsere Gruppe hatten wir eine ärztliche Betreuung und einen Körpertherapeuten, wobei sich später herausstellt, das die ärztliche Betreuung zu diesem Zeitpunkt weder eine psychiatrische noch eine psychologische Zusatzausbildung hatte. Ich ging eigentlich davon aus, dass eine solche, wie bei mir vorliegende Problematik von Psychiatern oder Psychologen behandelt wird – wie naiv ich doch war!!!

Eine weitere große Enttäuschung kam, als unser zuständiger Arzt für mehrere Wochen abwesend (krank/Urlaub) war und die Klinik keine Vertretung vorsah. Wir waren 3,5 Wochen mit unserem Therapeuten, der für meine Probleme meiner Meinung nach überhaupt nicht geschult und überfordert war, alleine.
Insgesamt war ich 7 Wochen in Heiligenfeld. In dieser Zeit hatte ich neben dem Aufnahme und dem Abschlussgespräch nur zwei zwanzigminütige Einzelgespräche mit meinem zuständigen Arzt,  4 zwanzigminütige Einzelgespräche mit meinem Therapeuten und ein Abschlussgespräch beim Oberarzt. Für mich viel zu wenig, denn mir ging es sehr schlecht und ich hätte dringend intensivere Einzelgespräche/Betreuung benötigt. Im Abschlußbericht wurde dies übrigens „durch intensive Gruppen-therapeutische Arbeiten und Einzelgespräche“ dargestellt.

In all der Zeit wurden auch keine Tests (Fragebogen usw.) oder Gespräche (außer im Aufnahmegespräch) in Bezug auf meine Störung durchgeführt. Medikamente bekam ich erst nach 3 Wochen auf  mehrfaches bitten.
Im Abschlussgespräch wurden einzelne Punkte des Abschlußberichtes an meinen Arzt zuhause besprochen. Diese waren meiner Meinung nach in Bezug auf die therapeutische Behandlung in der Klinik geschönt und entsprechen nicht den gewesenen Tatsachen. Aber darauf wurde nicht eingegangen. Zum Thema „Persönlichkeitsstörung“ kein Wort. Wie auch, es hat ja auch niemanden so richtig interessiert....;  Meine Meinung: In meinem Fall totale Abzocke der Krankenkasse und Vortäuschung nicht gewesener therapeutischer Gegebenheiten im Arztbrief. Für Patienten mit Persönlichkeits-störungen, die ambulant noch nicht ausreichend therapiert wurden finde ich die Parkklinik nicht empfehlenswert. Auf jeden Fall sollte man sich im Vorfeld darüber informieren in welche therapeutische (Arzt/Psychiater/Psychologe/Therapeut) Betreuung  man kommt.



Web-Adressbuch

Auszeichnungen

Internetbibilothek

PayPal-Spende

Mein Spendenbetrag:   EUR