Borderline Zufall 07e
Frage von Rudy aus Bayern: mich würde interessieren, inwieweit Borderliner geheilt werden können. Ich zähle mich selbst dazu und wüsste gerne, wie hoch die Statistik dazu ist bzw. inwieweit Sie Erfahrungen mit Heilung von Borderlinern haben. +
ie stellen eine Frage, die aus zwei Gründen nicht einfach zu beantworten ist. Zum einen gibt es tatsächlich nur wenig Studien, die dieser Frage nachgegangen sind. Zum anderen stellt sich natürlich immer auch die Frage, was „geheilt" meint. Zum ersten Aspekt gibt es einige Langzeitstudien, die zeigen, dass es etwa Zweidrittel der (überlebenden) Personen, die unter einer Borderline-Störung gelitten haben, nach etwa 15-20 Jahren besser geht und diese zum Teil auch die Kriterien der Störung wieder teilweise verloren haben. Es ist dabei allerdings nicht klar, ob diese dann quasi überhaupt keine Probleme mehr haben oder einfach – was nicht wenig ist – gelernt haben, besser mit sich und ihren Schwierigkeiten umzugehen. Nach meiner Erfahrung ist es in vielen Fällen im Bereich der Psychotherapie so (also nicht nur bei Borderline), dass „Heilung" bedeutet, dass man besser, verständnisvoller mit sich und seinen Schwierigkeiten umgehen kann, wenn auch zum Teil manche Züge bleiben werden.
Frage von Mara aus Duisburg: Mein Leben hat bis jetzt immer nur aus höhen und tiefen Bestanden und nie irgendwie aus einer Art Normalität. Als Kind habe ich angefangen mir die Arme anzuritzen gab das dann aber wieder auf und ersetzte es durch das waschen meiner Hände bis diese blutig waren. Mit 17 erste Therapie kurze Besserung und dann mit 25 zweite Therapie mit 30 die dritte mit 35 die vierte. Ich schaff es nicht irgendwo rein zu passen. Freundschaften bestehen kurz, dann zerbrechen s +
Es wird aus Ihrer Beschreibung gut deutlich, wie schwer für Sie das Leben ist. Leider ist es nicht so, dass man mit 44 Jahren keine Borderline-Störung mehr haben kann. (Die Altersgrenze bedeutet leider lediglich, dass bei einem Teil der Personen sich das Störungsbild nach 40 etwas bessert; aber eben nur bei einem Teil). Ich kann Sie an dieser Stelle nur ermuntern darüber nachzudenken oder zu überprüfen, ob die Behandlungen von denen Sie schreiben wirklich störungsspezifisch waren und ob es Gründe geben könnte, warum diese Psychotherapien nicht genügend nachdrücklich „greifen" konnten. Ich sehe zunehmend Patientinnen, die viele Psychotherapien absolviert haben. In diesen Fällen sehe ich den Behandlungsfokus darin, nicht wieder von vorne zu beginnen, sondern vor alle zu verstehen, warum die Behandlungen so wenig bewirken konnten.
Mich interessiert, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Paare bei dem eine/r Borderliner ist, Kinder bekommen, die ebenfalls psychisch erkranken/das Borderline-Syndrom bekommen. Gibt es entsprechende Literatur dazu? Danke für die Beantwortung der Frage. +
Diese Frage ist sehr schwierig zu beantworten, da sie sowohl einen psychologischen wie auch einen genetischen Aspekt hat. Es gibt in der Tat Daten die zeigen (vor allem die Untersuchungen von Torgersen in Norwegen), dass Verwandte von Borderline-Patienten ein grösseres genetisches (hereditäres) Risiko haben, ebenfalls zu erkranken. Allerdings handelt es sich nicht um eine eigentliche Erbkrankheit. Dieses Risiko ist aber nicht sehr hoch, wenn nur ein Elternteil betroffen ist. Andererseits wird von psychologischer Seite dem Einfluss der Störung der Eltern (und da besonders der Mutter) auf das Kind ebenfalls grössere Bedeutung beigemessen.
Andrea aus Konzanz fragt: weiß nicht so recht was ich hier tue aber irgendwie.naja vielleciht hilft es ja. ich lebe momentan mit meiner freundin zusammen,die ich über alles liebe.bin borderlinerin,,,weiß es noch nicht all zu lange.hab auch therapie gemacht.hat nichts gebracht.seit knapp drie wochen schneide ich nicht mehr.doch der druck wird immer stärker.was soll ich machen?möchte meine freundin nicht überfordern.ständig diese angst verlassen zu werden.sitze wieder tief im loch und weiß n +
Ich kann mir vorstellen, dass Ihre Situation nicht einfach ist, von der Sie schreiben. Dass Sie einerseits Angst davor haben, verlassen zu werden, deswegen Rückversicherung bräuchten, aber andererseits auch Angst haben, die Partnerin zu sehr zu belasten und genau damit die Beziehung zu gefährden. Ein Dilemma, das nicht einfach zu lösen ist. Vielleicht sollten Sie es trotz der bisher wenig hilfreichen Erfahrung nochmals mit einer intensiveren Psychotherapie versuchen?
ich bin 48 jahre alt und leide seit ca. 20 jahren leide ich an einer depression mal mehr mal weniger. zur zeit geht es mir nach einer beruflichen mobbinggeschichte ziemlich schlecht. während einer stationären therapie nach dem grönenbacher modell wurde eine leichte borderlinestörung dianogstiert.unter grossem !! stress habe ich keine "gefühlsbremse". dann bin ich richtig wirr im hirn und habe angst. wenn ich ausgeruht bin und nicht unter emotionalen stress stehe bin ein ruhiger und umgänglicher +
Sie meinen Grenzfälle der „Grenzfälle"? (So hat man nämlich früher die Borderline-Störung bezeichnet.) Wenn Sie vor dem 28 Lebensjahr keine Probleme hatten, dann leiden Sie m.E. auch nicht an einer Borderline-Störung und es gibt wenig Sinn diese ins Spiel zu bringen. (In der Tat gibt es aber – so etwa das psychoanalytische Konzept von Otto Kernberg – ein ganzes Spektrum von „Borderline-Störungen", die auch als „Borderline-Persönlichkeits-organisation" bezeichnet werden und eine ganze Reihe von Störungsbildern umfasst, die z.T. keine äusseren Merkmale im engeren Sinn mit der emotional instabilen Borderline-Störung gemeinsam haben, aber durch eine Reihe innerer Merkmale verbunden sind wie innere Instabilität, Identitäts- und Beziehungsprobleme etc.
Wenn ich es richtig verstanden habe sind die meisten Borderliner zu dem geworden was sie sind weil es in der Kindheit/Jugend sexuelle oder gewalttätige Übergriffe gegeben hat. Mein Mann (33) hat die Diagnose sei ca. 3 Jahren. Er sagt er könnte sich an einige Jahre seiner Kindheit nicht erinnern, schließt aber sexuelle Übergriffe aus. Können seelische Grausamkeiten ausreichen um einen Menschen zum Borderliner zu machen? Kann das Trauma in der Pubertät ausgelöst werden? Gibt es eine Möglichkeit fü +
Es braucht keine sexuellen Übergriffe in der Vergangenheit gegeben zu haben, damit eine Borderline-Störung sich entwickelt. Zahlreiche andere Faktoren spielen ebenfalls eine grössere Rolle (Vernachlässigungen, Trennungen, „seelische Grausamkeiten“ etc.). Ich denke, es würde Ihre Aufgabe als Partnerin überfordern, wenn Sie bei der Bewältigung der Vergangenheit sich engagieren wollten. Dafür sollte sich ihr Mann, wenn er dazu motiviert ist, in spezialisierte Psychotherapie begeben.
Ich würde sehr gerne wissen, ob die Borderline-Störung Ihrer "Expertenmeinung nach durch eine geeignete intensive (mehrjährige und hochfrequente) Psychotherapie (Psychoanalyse) "geheilt" werden kann. Und zwar so weit, daß die betroffene Person irgendwann später selbst einmal dazu in der Lage sein könnte, sich therapeutisch ausbilden zu lassen und mit "schwierigen" Personen intensiv zu arbeiten. Ich bin w, Mitte 20 vorbei, studiere erfolgreich Psychologie in der Abschlußphase, interessiere mich f +
Es ist für Sie sicherlich nicht ganz einfach einerseits selbst Patientin zu sein und auf der anderen Seite zunehmend selbst Therapeutin zu werden, was leicht zu einer gewissen Rollendiffusion führt. (Vielleicht deshalb auch das "Experten" in Anführungszeichen?). Ich denke, dass Sie in Ihrer Therapie möglichst offen über dieses Problem und diesen Konflikt und den damit verbundenen Unsicherheiten - Sie betonen in Ihrer Frage, wie zu einer Selbstvergewisserung mehrfach den Ausdruck "erfolgreich" - sprechen sollten. (Beispielsweise einerseits zu denken, Patienten besonders gut verstehen zu können und andererseits die Angst vielleicht nie wirklich eine gute Therapeutin werden zu können.) Die grundsätzliche Frage, ob jemand mit einer Borderline-Störung einmal selbst eine gute Psychotherapeutin werden kann, ist nicht einfach zu beantworten (also weder klar zu bejahen noch klar zu verneinen), sondern hängt von einer Reihe wichtiger Faktoren ab (Tiefe der Selbsterfahrung, Fähigkeit sich in den anderen hineinversetzen zu können, Fähigkeit bei aller Empathie innerlich auch Abstand bekommen zu können, ohne wiederum zu distanziert zu sein etc.)
Ich habe da mal eine Frage!Können eigentlich auch Männer das Borderline-Syndrom haben? +
Selbstverständlich gibt es auch Männer mit Borderline-Störungen. Das Krankheitsbild wird aber aus verschiedenen Gründen weit häufiger bei Frauen diagnostiziert.
Wo dran erkenne ich wircklich meine Erkrankung,wenn ich es mein Lebenlang geschafft habe nicht krimenell,schlecht e.t.c..zu werden? Und doch letztendlich mich immer selbst verletzt habe? Abhänigkeitsproblome hat es immer geben. +
Sogar die meisten Personen mit einer Borderline-Störung werden in ihrem Leben nicht kriminell, oder "schlecht", wie sie schreiben. Das hauptsächliche Kennzeichen ist eine grössere Instabilität in der Stimmung, dem Selbstbild und den Beziehungen. Wenn Sie dauerhaft Probleme mit Instabilität haben, könnten Sie überprüfen, ob bei Ihnen tatsächlich mindestens 5 der 9 Borderline-Kriterien erfüllt sind: (1) verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind. (2) Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist. (3) Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung. (4) Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmißbrauch, rücksichtsloses Fahren,(,,Freßanfälle") vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind. (5) Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten. (6) Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern). (7) Chronische Gefühle von Leere. (8) Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen). (9) Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome
Eine gute Freundin hat mir das Buch "Ich hasse Dich, verlaß mich nicht" empfohlen. Nicht ohne Grund, beim Lesen habe ich mich und meine Familiensituation gut wiedererkannt. Nur das mit dem jungen Erwachsenenalter haut nicht hin, da ich mittlerweile 33 Jahre wurde aber viele Probleme in der Kindheit logisch erscheinen. Ist diese Erkarnkung wirklich nur auf ein bestimmtes Alter begrenzt? Vielen Dank. +
Die Borderline-Störung fängt meistens mit ca. 12 bis 16 Jahren an. (Darf allerdings erst mit 18 Jahren klar diagnostiziert werden). Meistens bessert sich die Störung mit der Zeit etwas (zum Beispiel ab 4o oder 45). Es gibt aber auch ältere Personen mit dieser Störung und vermutlich auch Kinder die jünger als 12 Jahre sind.
Ich habe schon so einige male gelesen, dass bl ab nem gewissen alter "verblasst". so ab 35 solls nachlassen... mir ist aber aufgefallen, dass auf den stationen (die ich persönlich gesehn hab) doch zirka 70 prozent von den patienten dieses alter haben oder schon überschritten haben. ich wüsste gerne, was da dran ist. ists nen gerücht, wunschdenken oder doch realität? +
Das Phänomen, das sie ansprechen gibt es und wird auch "aging-out" genannt und tritt meist ab ca. 45 Jahren ein. Aber es gilt leider durchaus nicht für alle Patienten.
Möchte mir gerne helfen lassen,aber weiß nicht wie ich Anfangen soll! Bin 31 Jahre und habe Familie.Seit ich ungefair 12 bin verletzte ich mich.Mal mehr mal weniger.Ich hatte auch schon langere Pausen zwischendrin in denen ich es gut geschafft habe.Ich habe damals damit angefangen wahrscheinlich weil ich irgendwie hilfe wollte,aber keiner hat was gemerkt.Bin 12 missbraucht worden und komme momentan wieder nicht mit zurecht.Seit Dezember hab ich den Mut gefasst eine Gesprächstherapie zu machen.Ab +
Körperliche Beschwerden und Somatisierungen gehören häufig zur Borderline-Störung. Die Betroffene ist offensichtlich sehr vorsichtig bis sogar misstrauisch. Ich denke, dass eine spezialisierte Psychotherapie bei der die Betroffenen genügend Zeit zunächst Vertrauen aufzubauen und auch mit ihren Ängsten und kritischen Fragen bezüglich Psychotherapie ernst genommen zu werden, hilfreich wäre.
Hallo liebe experten! Meine Frage: Verletzen sich alle Borderliner körperlich und sind suchtkrank? Ich habe diese Diagnose, verletze mich aber nicht auf körperliche Ebene und bin auch nicht Substanzmittelabhängig. Meine Psychiaterin sagt, ich würde mich auf seelische Art selbst verletzen.Es fällt mir schwer das nachzuvollziehen, da ich von vielen Borderlinern andere Erfahrungen kenne! Ich hatte zwar mal eine "bulimische Phase" und habe auch einige weitere BP-Symptome und meine Gefühle nicht unte +
Nein, es gibt auch viele Borderline-Patienten, die sich nicht körperlich Selbstverletzen. Dies ist nur eines von 9 Diagnose-Kriterien.

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