Borderline Zufall 04e
Frage von Grit: Ich bin seit Beginn meiner Therapien, sehr an den Erinnerungslücken meiner Kindheit interessiert. jedesmal wenn ich nach Hypnosesitzungen frage sagt man mir, dass dies in meinem Fall nicht ratsam wär. Doch ein warum hat man mir bis heut nicht erklären können. Wie komme ich an die Wissenslücken meiner Kindheit? +
Ich kann Ihre Frage gut verstehen und es ist auch richtig, dass Sie sich mit dieser Antwort nicht ganz zufrieden geben. Aber in der Tat ist es aus der Erfahrung vieler Psychotherapeuten ratsam, behutsam mit solchen Erinnerungslücken umzugehen. Es könnte ein gutes Thema für Sie sein auch in der Therapie darüber nachzudenken, was es wohl für gute Gründe gegeben hat, dass Sie sich nur zum Teil an Ihre Kindheit erinnern können. Manchmal stellen die Erinnerungslücken (Amnesien) auch einen Schutz dar, den man nicht einfach einreissen sollte. Das heisst in manchen Fällen kommen Erinnerungen dann wieder, wenn die Person stark genug ist, sich mit diesen zu beschäftigen. Wichtig ist auch die Frage, was Sie selbst für Phantasien haben, was in Ihrer Kindheit war. Oft ist es gar nicht so sehr wichtig, die „wirkliche Wirklichkeit" zu kennen, sondern unsere Ideen und Phantasien darüber. Denn unserer erinnerte Wirklichkeit, ist ja auch immer ein Stück Konstruktion. Man weiss auch seit einigen Jahren, dass die Gefahr bestehen kann, dass sogenannte „falsche Erinnerungen" auftauchen können, d.h. man glaubt sich an etwas zu erinnern, was aber tatsächlich nicht der Fall war, wenn dieser Schutzmantel zu stark torpediert wird.
In der Pubertät und schon vorher hatte ich schon immer Gefühle der Unzulänglichkeit und der Einsamkeit. Die kurze Zeit in der ich mich häufiger übergeben und mich selbst verletzt habe, sowie meine anderen Probleme habe ich immer auf die Pubertät geschoben. Bis ich gestern, aus welchem Grund auch immer, das erste mal seit 4 oder 5 Jahren geritzt habe. (Ich bin jetzt 23.) Anschließend habe ich im Internet darüber gelesen und bin so auf das Borderline Syndrom gekommen und habe mit Erschrecken festg +
Ich denke, Sie sollten – vor allem wenn die Symptome anhalten sollten – trotz der Bedenken wegen der Eltern einen Facharzt, Psychotherapeuten oder Psychologen aufsuchen. Immerhin sind Sie 23 Jahre alt. Grundsätzlich sind Ärzte an die Schweigepflicht gebunden und Diagnosen tauchen nicht auf Rechnungen etc. auf. Es ist nicht möglich zu beurteilen, ohne nähere Informationen zu haben, ob sich die Probleme, die Sie haben, in Richtung einer Borderline-Störung entwickeln könnten.
Ich weiß zwar nicht ob dies hierher gehört aber ich hoffe sie könne mir antwort auf meine frage geben. zunächst kurz was zu mir. ich habe 98 die diagnose borderline erhalten und mich damit die letzte zeit sehr beschäftigt nur eine frage konnte ich mir nicht beantworten. zu mein problem: ich rede sehr sehr viel und häufig obwohl ich es eigentlich nicht möchte. ich nerve mein umfeld total damit und manche leute wollen deshalb nix mit mir zu tun haben. habe schon alles versucht mit zusammenreiße +
Das Problem das Sie beschreiben ist zwar keines der ganz typischen Hauptsymptome der Borderline-Störung im engeren Sinn, kommt aber bei einer ganzen Reihe von (schwereren) Neurosen oder Persönlichkeitsstörungen (narzisstische, manchmal auch Borderline etc.) vor. Selbstverständlich ist es nicht möglich aus der Distanz eine Zuordnung zu treffen. In manchen Fällen geht es nach meiner Erfahrung um eigentliche Hemmungen, Schüchternheit oder Unsicherheit, die (man nennt dies in der Fachsprache „kontraphobisch") geradezu abgewehrt werden und sich als Gegenteil davon präsentieren, d.h. starkem Bedürfnis nach Mitteilung, Kontakt etc. (In anderen Fällen geht es auch darum, dass tatsächlich das gegenüber in gewisser Weise komplett „vereinnahmt" werden soll. Ich habe mich gefragt, was Sie selbst meinen, warum Sie dieses Bedürfnis nicht einschränken können?
ich leide an bps gekoppelt mit angst-panikstörung. im moment stecke ich in einer kritischen situation, weil ich in der 8. woche schwanger bin. ich werde bald 39 und das wird wohl meine letzte chance gewesen sein, ein kind zu bekommen. und da fängt das problem schon an. da bei mir alles immer ambivalent ist, kann ich mich mal wieder nicht entscheiden, ob ich dieses kind bekommen soll oder nicht. viel zeit bleibt mir nicht mehr für die entscheidung, deshalb bitte ich um hilfe. ich fühle mich auf d +
Ich denke, Sie sollten sich bei dieser für Sie sehr schwierigen Ausgangssituation wenn möglich sowohl in eine Psychotherapie begeben, wie vielleicht auch in einer Schwangerschaftsberatung (praktische, materielle etc.) Unterstützung erfahren. Ihre Frage, ob eine Frau mit einer Borderline-Störung eine „normale" Mutter sein kann, ist nicht ohne weiteres beantwortbar. Es gibt Mütter, die selbst Symptome einer Borderline-Störung aufweisen, ohne dass die Kinder eine entsprechende Entwicklung nehmen. Hilfreich wäre es über diesen Punkt mit einem Experten (z.B. Kinder- und Jugendpsychotherapeut oder Kinder-und Jugendpsychiater) zu sprechen, ob es ratsam erscheint, dass ihr Kinder später eine Unterstützung durch eine zusätzliche Betreuung erfahren sollten oder nicht. Entscheidend ist sicherlich auch die Frage, wie instabil oder impulsiv Sie selbst gegenwärtig noch sind. In vielen Fällen stellt eine „offene" Borderline-Symptomatik, d.h. eine solche, die wenig stabilisiert ist, der Eltern eine Belastung für Kinder dar.
Nachdem ich die typische Borderliner-Geschichte hinter mir habe, habe ich die Störung nun weitgehend im Griff. Ich lebe auch schon seit 4 Jahrenin einer teilweise(krankheitsbedingt) wechselhaften Beziehung. Inzwischen habe ich auch in diesen Bereich meines Lebens Stabilität gebracht, habe einen mich sehr liebenden und unterstützenden Freund. Mein Problem ist nun, dass ich mich aufgrund der Urängste vor dem Verlassenwerden nicht wirklich fallenlassen kann, dass ich ehrlich gesgt keine Ahnung habe +
Ich finde, in dem Sie sich dieses Problems bewusst sind und innerlich damit rechnen und arbeiten, sind Sie schon auf einem „guten Weg", bzw. weiter als manche andere Person mit diesem Problem (die zum Beispiel die Fehler nur beim Partner sucht). Es handelt sich um eines der zentralen Grundprobleme der Störung: Borderline-Patienten können oft nicht kontinuierlich ohne Beziehung sein, sie sind existentiell auf den anderen (als Tröster etc.) angewiesen (Mangel an haltenden inneren Objekten; Wunsch nach ungetrennter Symbiose) (=Verlassenheitsangst) Gleichzeitig können Borderline-Patienten aber oft auch nicht kontinuierlich in Beziehung sein (wegen der Angst das verlassen oder manipuliert zu werden, wegen der Nähe die entsteht und die bedeutet sich selbst zu verlieren etc.) (=Verschmelzungsangst). Dieses agoraphob-klaustrophobe Dilemma (wie Rey ein Analytiker es mal genannt hat) von „Eiswüste" des Alleinseins und „Feuerhölle" der Nähe wird kann auch zum Dilemma des Gegenübers werden.
Ich will hier nicht meine gesamte Lebensgesch. aufrollen, sondern einfach nur wissen: Ist es moeglich, von Vorteil, von Nachteil oder endet es schlicht in einer Katastrophe, wenn ein Borderliner (ich, 26) mit einer anderen Borderlinerin (sie, 22) eine Beziehung beginnt??? Wir kennen uns seit 1 Jahr, lieben uns ueber alles, sind seit nem halben Jahr verheiratet (aber nicht zusammen, waren es auch noch nie, diverse Grunede machten die Heirat notwendig) leben zusammen und benehmen uns auch wie ein +
Zur Klärung der wirklich wichtigen Frage, warum Sie und Ihre Frau sich zwar lieben, zusammenleben und sie gemeinsam vieles verbindet, warum Sie aber nicht zusammen Sex haben können, sondern diesen nur mit anderen, fremderen Personen haben können, bedarf es einer Psychotherapie (Einzeltherapie oder Paartherapie).
Sehr geehrter Dr.Dammmann,gerade habe ich einige Ihrer Anworten gelesen u. habe mich damit recht wohl gefühlt. Nun zu meinem Thema ( eine Frage hat sich noch nicht konkret gebildet): Ich mache seit ca.25 Jahren Psychotherapie ,mit mehrjährigen Unterbrechungen und denke heute oft: ich brauche keine spezielle Therapietechnik,sondern einen (oder mehrere) Menschen,der mir wohlwollend ,offen und annehmend zuhört und meinen eigenen Problemlöungsstrategien traut,der aufrichtig sein möchte und mit seine +
Das was Sie Schreiben ist sehr gut nachzuvollziehen. Sie haben recht, dass es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die zwar nie eine Diagnose bekommen und auch meinen keine Probleme zu haben, aber im Grunde genommen ein emotional ärmeres Leben führen oder von sich entfremdeter sind, als mancher Patient, der die Diagnose einer psychischen Störung hat. So gesehen, kann es auch eine Chance oder ein Privileg sein, durch Therapien an sich zu arbeiten und in eine intensive Beziehung treten zu können, und nicht nur eine´ Belastung. Die "Frage" mit der Sie sich innerlich beschäftigen ist eine Art Rückschau und gleichzeitig Ausblick auf Ihr Leben, wobei Sie zwischen Hoffnung und Zuversicht über das nun erreichte und auch Trauer über das was nicht möglich war, schwanken. Dies ist nicht "Borderline" sondern Ausdruck der Entwicklung, die Sie genommen haben.
Ich bin 38 jahre alt. diagnosen lt. krankenhaeuser: schizo affektive störung, depressionen, emotional instabile persoenlichkeit, realitätsfremd, etc. meine therapeutin hat mir nun das buch ich hasse dich verlass mich nicht empfohlen. ich hab´s noch nicht gelesen. ich weiß aber daß es sich um borderline dreht. deshalb habe ich jetzt im internet sehr viel über borderline gelesen - kommt mir vieles mehr als bekannt vor. ich habe auch den test gemacht (7 Punkte). heißt das jetzt das ich borderliner +
Zur Ihren Fragen: Ja, es gibt auch Personen, die an einer Borderline-Störung leiden ohne selbstverletzendes Verhalten. Es gibt einige wirksame Psychopharmaka, die deutlich weniger Nebenwirkungen haben (etwas Gewichtszunahme). Sie könnten sich da von einem Facharzt eventuell beraten lassen, wenn Sie skeptisch sind. Die Frage des Missbrauchs ist so nicht zu beantworten. Grundsätzlich kann Missbrauch natürlich auch durch gleichgeschlechtliche Personen erfolgen. Dabei spielt das Alter eine grosse Rolle (5 und 10jährig ist nicht das gleiche wie 14 und 19jährig obwohl die Altersdifferenz gleich ist). Von Bedeutung ist immer auch, ob Gewalt eine Rolle gespielt hat.
also ich bin 29 und habe bl seit meinem 6 lebensjahr.ich bin mutter von 3 kindern. ich habe angst die krankheit an meine kinder weiter zugeben. mir ging es 8 jahre relativ gut . nun geht es mir seit über 2 jahren wieder schlecht. sorgen mach ich mir überwigend um meine tochter die ist jetzt 8 und hat viele von meinen verhaltensweisen als kind. also meine frage kann ich bl an meine kinder weitergeben ? wen ja wie verhindere ich es ? +
Zunächst erscheint es nicht sehr wahrscheinlich, dass Sie bereits mit 6 Jahren eine Borderline-Störung hatten. Möglicherweise gab es aber bereits damals Probleme oder Symptome unter denen Sie noch heute leiden. Zu Ihrer zweiten Frage, in der Tat gibt es einen gewissen Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von Störungen bei den Eltern, die auf die Kinder weitergegeben werden. Wobei es sich dabei nicht um eine "Erbkrankheit" oder so handelt. Es gibt Mütter, die selbst Symptome einer Borderline-Störung aufweisen, ohne dass die Kinder eine entsprechende Entwicklung nehmen. Hilfreich wäre es über diesen Punkt mit einem Experten (z.B. Kinder- und Jugendpsychotherapeut oder Kinder-und Jugendpsychiater) zu sprechen, ob es ratsam erscheint, dass ihre Kinder eine Unterstützung durch eine zusätzliche Betreuung erfahren sollten oder nicht. Entscheidend ist sicherlich auch die Frage, wie instabil oder impulsiv Sie selbst gegenwärtig noch sind.
Ich bin alleinerziehend, habe einen vierjährigen Sohn, den ich sehr liebe. Obwohl ich mit Demütigungen, Enttäuschungen, Schlägen aufgewachsen bin, versuche ich, meinen Sohn liebevoll zu erziehen. Leider kann ich nicht verhindern, dass er meine Selbstverletzungen (starkes Kratzen im Gesicht) mitbekommt. Wie kann ich verhindern, dass er dabei Schaden nimmt ? +
Durch dieses Verhalten wird das Kind belastet. Es wäre notwendig, dass Sie Unterstützung bekommen um diese Verhalten beenden zu können, ev. auch zusätzliche Hilfe für das Kind.

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