Borderline Zufall 07e

Erfahrungsbericht von Biene:

“Mein Klinikaufenthalt begann donnerstags. War nicht so doll, denn da stand direkt das Wochenende bevor. Am Anreisetag wurde ich direkt von einem Co-Therapeuten meines Teams (wie Stationen) am Eingang abgeholt und bekam mein Zimmer gezeigt. Ich hatte ein schönes Einzelzimmer mit einem kleinen Balkon. Dann bekam ich ein paar Infos wegen Terminen in den nächsten 2 Tagen. Am gleichen Tag hatte ich noch das erste Gespräch mit meiner Bezugstherapeutin. Sie war sehr nett und ich habe es gleich geschafft, Ihr am ersten Termin alles aufgeschriebene zu geben, worum es in diesem Klinikaufenthalt gehen sollte. Wir führten das erste Gespräch und ich wußte, daß ich zu Ihr vertrauen schaffen konnte. Dann hatte ich noch einen Aufnahmeuntersuchungstermin bei der Ärztin, die erstmal grob schaute, was für Medis ich nehme, wo ich teilnehmen darf und wo nicht etc... Nachmittags gab es dann ein Einführungstrainig für alle, die in dieser Woche neu angereist sind. Hier wurden wir mit der Hausordnung, den Therapien und der Klinik vertraut gemacht. Am nächsten Tag hatte ich dann wieder ein Gespräch bei meiner Thera und nochmal kurz bei der Ärztin. Dann kam das Wochenende. Ich fühlte mich sehr verlassen und einsam. Ich weinte viel und dachte schon daran, alles abzubrechen. Ich machte allerdings auch den Fehler, daß ich mich in meinem Zimmer verkroch und so keinen Kontakt knüpfen konnte. Nach dem Wochenende begann dann das eigentliche Therapieprogramm. Ich hatte 2mal die Woche Sport, 2mal die Woche Entspannung, 2-3Einzelgespräche die Woche mit meiner Bezugstherapeutin, je nach Bedarf Gespräche mit meiner Co-Thera, Wassergymnastik und wie man wollte verschiedene Ergotherapieangebote. Im gesamten war die Klinik darauf aus, daß Du so viel wie möglich eigenständig machst und Dich meldest, wenn Du was brauchst. Das war nicht immer so einfach für mich, weil ich mich selten melden konnte, wenn der svv-Druck zu stark wurde. Wenn es dann passierte, daß ich mich verletzte, dann wurde man eigentlich sehr kühl behandelt, damit man nicht sich Zuneigung aufgrund des svv holte. (hatten wir nämlcih auch einige patienten) Ansonsten hat man immer hilfe bekommen, wenn man sie nur einforderte. Da ich damit Probleme hatte, wurden halt bestimmt Termine ausgemacht. So trafen sich die Patienten eh jeden Morgen mit iHren Co´s, um zu sagen, wie es geht und ob was anliegt. Ich bekam dann abends noch einen Termin um 18:45, wo ich mich melden mußte, sagen wie es mir geht und was ich mache. Das hat mir sehr geholfen, denn da konnte ich dann sagen, wenn es mir schlecht ging, auch wenn ich es nicht geschafft habe, mcih zu melden.. Da mußte ich es dann ja. Tja, und so gingen eigentlich 12 Wochen ins Land. Meine Bezugstherapeutin begann, mit mir über Themen zu reden, wo ich nicht drüber geredet habe bisher. Allerdings waren die ersten 6 Wochen erstmal durch Stabilisierungsgespräche geprägt. Nach diesen 6 Wochen machten wir einen 2,5 Stunden Termin, in dem ich alles über meine Vergangenheit erzählte, sie nach Gefühlen und Gedanken fragte und ich langsam mein Tr++m+ als meine Vergangenheit ansah. Am nächsten Tag machten wir dann an diesem Thema weiter. In der Zwischenzeit hatte ich dann alle möglichen Termine, wo ich mich melden mußte, nach mir geschaut wurde etc... In der nächsten Woche begann dann die Tr++m+gruppe. Hier waren wir 6 Frauen, die gemeinsam an dem Thema arbeiteten, uns gegenseitig Halt und Verständnis gaben und als Gemeinschaft stark wurden. In dieser Gruppe lernten wir über die Vergangenheit zu reden, Wut zulassen (hat bei mir nicht funktioniert), die Schuldfrage aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und vieles mehr.
In der Klinik gab es auch eine Problemlösegruppe, allerdings war ich da nur 3 Wochen drin, weil dann die Tr++m+gruppe zum gleichen Zeitpunkt stattfand. Es gab noch vieles mehr, so z.B Depressionsgruppe, Angstgruppe, Essstörungsgruppe,... Und noch vieles mehr. Z.B. habe ich auch an einem Selbstsicherheitstraining teilgenommen. Es ging über 4 Wochen und hat mir glaube ich einiges gebracht. Auch hatte ich 2 Einzeltermine bei einer der Sporttherapeutinnen, um skills zu erlernen und auszuprobieren.

Natürlich war nicht alles rosarot. Ich hatte Auseinandersetzungen mit meiner Thera, immer aus der Angst von mir, sie könne mich fallen lassen, wenn wir mal nicht einer Meinung waren. Gegen Ende wurde diese Angst immer größer bei mir und daher wurde das Verhältnis zwischen uns auch immer schwieriger. Ich hatte Angst, sie nutze mien Vertrauen aus und läßt mcih fallen, sie hatte das Gefühl, ich blocke komplett ab. Aber im Abschlußgespräch konnten wir dann für uns beide noch einen versöhnlichen Abschluß finden. Sie hatte Tränen in den Augen und sie sagte mir, daß sie mich sehr gut leiden könnte, sie sich aber oft Supervision holen mußte, weil es ja doch so eine schwere Thera gewesen sei für beide Seiten. Sie nahm mich dann in den Arm, sagte mir, daß sie gerne wieder von mir hören würde und sie immer für mcih da sei, wenn es wieder einen Schritt voran gehen solle. Und auch so wäre sie total glücklich, wenn sie mich mal wieder sehen würde oder ich ihr ne Karte schreibe.

Also, jetzt nach doch so langem Text noch mal kurz zusammenfassend: Es war eine sehr harte Thera, die durch wirklich alle Höhen und Tiefen ging. Ich kann die Klinik weiterempfehlen, wenn man mit der Eigenständigkeit und Eigenverantwortung zurechtkommt, auch wenn man alle Hilfen bekommt, die nötig sind. Aber man darf nicht in diese Klinik, wenn man sich nur schwer selbst verletzt und da "Aufpasser" bräuchte. Da sind sie nicht für ausgelegt.”    

Biene



Erfahrungsbericht von Anna:


“Seit 1992 bin ich in therapeutischer Behandlung, und habe einige Kliniken hinter mir. Gute und Bessere!

Jedoch ist Bad Dürkheim das Sternchen unter dem Himmel. Mein Klinikaufenthalt war jedes Mal zwischen 12-16 Wochen.

Bad D. ist wie eine Großfamilie. Das System funktioniert sehr gut. Schon bei Ankunft wird man von seinem Co-Therapeuten begrüßt und aufs Zimmer gebracht. Er erklärt einem vorerst einmal das Wichtigste. Später bekommt man Besuch von seinem Paten, das Patienten sind. Sie helfen einem sich im Klinikum zurechtzufinden und sich nicht so alleine zu fühlen. Dann bekommt man ein Therapieheft. Man muss selbst alle Termine dort eintragen. Es gibt dort verschieden Teams. Jedes Team hat vor dem Teamzimmer eine Tafel mit allen Aktivitäten. Die man sich in sein eigenes Heft einträgt. Jeder trägt Eigenverantwortung.

  • Z. Bsp.
  • Sport
  • Treffs
  • Gruppen
  • Basteln

Die Gruppen werden mit den Therapeuten besprochen.

  • Selbstsicherheitsgruppe
  • Angstgruppe
  • Problemlösegruppe usw.

 Man fühlt sich von Anfang an in der Gemeinschaft aufgenommen.

Zu meiner Therapie:

Besonderst gefiel mir, dass ich manchmal jeden Tag ein Gespräch hatte. Das war mir sehr wichtig. Wie in den meisten Kliniken hatte man einen Co-Therapeuten. Mit ihr hatte ich sehr gute Gespräche. Schon bei meinem ersten Gespräch mit meinem Therapeuten wusste ich dass er mir helfen kann. Ich hatte Vertrauen zu ihm. Wir stellten gemeinsam ein Programm auf. Ich bekam Aufgaben die ich zu lösen hatte. Und wenn sie für mich zu schwer waren konnte ich mir jederzeit Hilfe holen. Das ich auch in Anspruch nahm. Beim Mittagessen saßen Patienten und Therapeuten im gleich Saal. Für die Therapeuten vielleicht nicht immer einfach, aber es machte ein gute Atmosphäre. Selbst der Klinikleiter war immer da. Sie legten viel Wert auf gutes Essen. Auch konnte man beim Koch einen Kochkurs absolvieren, der aber oft ausgebucht war.

 Die erste Zeit war sehr schwer für mich. Ich hatte meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle.

Jedes Mal wenn es zu unangenehm wurde hat er sich ausgeklinkt. Wurde einfach ohnmächtig. Das machte es den Therapeuten sehr schwer mit mir zu arbeiten. Ich lernte meinen Körper zu kontrollieren und meine Gefühle nur bis zu einem gesunden Grad zuzulassen. Ebenso lernte ich meine Gedanken zu beherrschen. Hätte nie gedacht das es so einfach sein kann das Leben. Keine ständigen Kämpfe oder schlechte Gedanken. Lernte kritikfähig zu werden, und mit Konflikten umzugehen. Da muss ich sagen war die Selbsthilfegruppe ein Meilenstein in meinem Leben.

Heute habe ich ein einfacheres Leben, weil ich nicht mehr so viel kämpfen muss. Habe eine Strategie die auf mich abgestimmt wurde gelernt und wende sie täglich an.  Früher haben sich meine Freunde und Verwandten von mir entfernt weil keiner mit mir umzugehen wusste, so ziehe ich sie heute in meinen Bann. Sie können immer noch nicht mit der Problematik umgehen aber dafür ich. In allen den anderen Kliniken wurde ich falsch therapiert. Man wusste nichts mit mir anzufangen. Wenn ich an mir rumgeschnippelt hatte wurde ich nur bestraft. Keiner half mir zu ergründen warum ich das tue. Alle dachten ich hätte Klaustro- und Agoraphobie. Aber dem ist nicht so. Heute arbeite ich wieder. Habe mich selbstständig gemacht. Keiner dachte ich würde das schaffen. Alle meinten ich würde mich nur wieder überfordern. Aber in der Klinik standen sie zu mir. Halfen mir, mich auf diesen Weg vorzubereiten. Sicherlich war ich oft oder meistens anderer Meinung wie die Therapeuten. Meinte, kenne meinen Körper besser als die. Irrtum!!! Ohne Vertrauen schafft man es nicht. Wenn man einmal ein Erfolgerlebnis hat wird man süchtig danach. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Auch heute gibt es noch Regentage. Meine Co-Therapeuten half mir ein Buch anzulegen, indem ich während dem Klinikaufenthalt all meine positiven und schöne Momente aufschrieb. Wenn ich einen schlechten Tag habe lese ich darin und weiß, dass es zu mir gehört ich aber keine Angst zu haben brauche. Negative Gefühle und Gedanken sind zwar da werden aber mein Leben nie wieder beherrschen!!!”

Anna

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