Borderline Zufall 04e

Bad Bramstedt- Erfahrungen

Pascals Erfahrungsbericht:

Wozu dieser Bericht?

Auf der Suche nach einer geeigneten Klinik bin ich auf viele wohlgestaltete Homepages, aber wenig individuelle Erfahrungsberichte gestoßen. Diese hätten mir die Wahl einer Klinik leichter gemacht und ich hätte mir einen Aufenthalt konkreter vorstellen können. Daher habe ich mich zur Orientierung für andere (und natürlich auch für mich) entschlossen, einen Bericht über meinen Aufenthalt in der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt zu verfassen.

Diesen Erfahrungsbericht schreibe ich während meines Aufenthaltes in der psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt. Ihm soll im zweiten Teil ein rückblickender Bericht folgen, den ich schreiben will, nachdem ich die Klinik einige Wochen verlassen haben werde.

Individuelle Vorgeschichte

Ich ließ mich im August 2004 mit der Diagnose schwere Depression und Borderline-Störung einweisen. Unmedizinisch ausgedrückt: Ich funktionierte noch gerade zum Zähneputzen, hatte fast alle sozialen Kontakte abgebrochen, ging keiner Pflicht mehr nach und verbrachte die Tage mit Nichts-Tun, Dummchatten, Durchdrehen, abwechselnd Alkohol und Tabletten schlucken und in Krisen mit selbstverletzendem Verhalten.

Die Klinik hatte ich mir in einem „vorstationären Gespräch“ angesehen und ausgesucht.

Konzept der Klinik

Die Klinik Bad Bramstedt hat einen konsequent verhaltens-, bzw. lerntherapeutischen Schwerpunkt. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Es kommt darauf an, mit Gefühlen umgehen zu lernen, angemesseneres Verhalten zu erlernen und einzuüben und Strategien gegen Belastungen zu entwickeln. Es wird also gefragt, was man tun und ändern kann, weniger, woher ein Problem kommt und welche tiefenpsychologischen Ursachen es hat.

Dieses verhaltenstherapeutische Konzept war für mich durchweg klar erkennbar. Die Klinikatmosphäre ein geschützter Erprobungs- und Lernort, der von ergebnisorientierten Einzel- und Gruppentherapien begleitet wurde. Ich habe also nicht nur in den Therapiestunden gelernt, sondern die Zeit (und das Umfeld) genutzt, praktische Einsichten in Verhalten umzusetzen und zu erproben. Unterstützt wird dieses Erproben, durch vielfältige „Hausaufgaben“ oder „Lernaufgaben“, die in Absprache mit den Therapeuten beschlossen und außerhalb der Therapien erprobt wurden. Hausaufgaben gab es sowohl in den Einzeltherapien, als auch gelegentlich in den Gruppentherapien.

„Typische Hausaufgaben“ bestanden darin schwierige Situationen langsam zu erproben, entgegen der augenblicklichen Neigung zu handeln, oder sich das innere Vorgehen in belastenden Situationen anhand von „Selbstbeobachtungsbögen“ bewusst zu machen.

Station 10

Das Team auf der Station 10 bestand aus 5 Psychotherapeutinnen (einer ärztlichen und vier psychologischen) einem männlichen und einer weiblichen Cotherapeutin. Alle machten auf mich einen sehr kompetenten, vorurteilslosen, engagierten und lebensfrohen Eindruck. Positiv ist mir gleich aufgefallen, dass die meisten Therapeutinnen auch von sich aus über ihr Empfinden und Erleben sprachen und so den Aufbau einer zu hierarchischen „therapeutischen Distanz“ verhinderten.

Die Station besteht aus zwei langen Gängen, von denen die Zimmer abzweigen. Es gibt eine offene Sitzecke zwei „Multifunktionsräume“ für Gruppentherapien, Besprechungen, aber auch zum Kickern oder Flimmern, die Therapeutenbüros und einen großen Balkon. Die Fenster sind nicht abgeschlossen.

 

Einzeltherapie

Die Einzeltherapeuten werden (wie wohl üblich) zugeteilt, wobei wohl auch der therapeutische Schwerpunkt der Psychologinnen berücksichtigt wird. Ich hatte Frau Me. als Therapeutin und in der Vertretung Frau Gü.

Der sehr pragmatische Ansatz von Frau Me. hatte mich am Anfang irritiert. Sie schien mir zunächst als therapeutische Ratgeberin, die einem Menschen glich, der mit seinen guten Ratschlägen nervte. Im Verlauf der Therapie habe ich aber diesen Ansatz durchaus zu schätzen gelernt und mich dadurch nicht mehr in Frage gestellt gesehen. Fr. Me. verdanke ich es wohl maßgeblich, dass ich es besser gelernt habe Problemen in die Augen zu sehen, ohne mich deswegen selber in Abrede zu stellen, die Konsequenzen meines Verhaltens wahrzunehmen und in vielen Punkten meinen „Fluchtreflex“ beherrschen zu können. Viele Einsichten kamen freilich im geschützten Umfeld auch von mir alleine, aber im Gespräch mit ihr konnten sie gefestigt und in Verhaltensziele umgesetzt werden. In vielen Punkten empfand ich Frau Me. als gute Lernmanagerin, die Lernprozesse anstieß unterstützte und gelegentlich auch kritisch hinterfragte. Dazu befähigte sie m.E. besonders ihre vertrauensfördernde, vorurteilsfreie und unmoralische Herangehensweise. Ich musste mich vor ihr nicht für ein schlechtes Verhalten oder Versagen entschuldigen und fühlte mich nie in die Ecke gedrängt oder angegriffen. Andererseits lieferte sie auch nie die bequeme Absolution durch eine vieles verzeihende Diagnostik.

Was Fr. Me. vielleicht fehlte war der psychologische Spürsinn und die Fähigkeit, Dinge aus einem herauszulocken oder zu provozieren. Dies sind aber auch wohl Fähigkeiten, die von einem Verhaltenstherapeuten nicht zwingend erwartet werden müssen. Frau Meißner erlebte ich als klassische aber „menschelnde“ Verhaltenstherapeutin. Gewisse Schwierigkeiten sind mit diesem Ansatz wohl nicht zu bewältigen. Das habe ich manchmal vermisst, konnte es aber auch schätzen, dass Frau Me. zugeben konnte, an gewissen Stellen nicht weiter zu wissen (ist mir lieber, als ein hilflos überspielendes Gerede). Zudem hatte Frau Dr. Me. zu meiner Zeit als Psychotherapeutin noch recht wenig Praxiserfahrung.

Ein allseits geschätztes psychologisches Genie war Frau Gü.. Das erste Gespräch hatte ich mit ihr bei der vorstationären Aufnahme. Sie erschien schwanger im kurzen lasziven Rock, was ich schon sympathisch verrückt fand. In der Gruppentherapie, die sie zuweilen leitete verstand sie es immer wieder auf Menschen einzugehen, indem die deren „innere zweite Stimme“ annahm, direkt zum Kind im Erwachsenen sprach und einen guten Sinn dafür hatte, was ein Patient aushalten kann und wo er geschützt werden muss. Auffallend ist zudem noch ihre sehr plastische, ausschmückende, lebensnahe und unaffektiert bildreiche Sprache.

 

Was ich gelernt habe

Ich glaube ich habe die Zeit in Bad Bramstedt wirklich sehr gut nutzen können und genutzt. Augenblicklich befinde ich mich wohl in einer „hypomanischen Nachschwankung“, was bedeutet, dass ich auch gegen Stimmungsausschläge nach oben Achtsamkeit üben soll. Wie nachhaltig der Therapieerfolg ist, wird sich sicher erst außerhalb der Klinik zeigen, sicher wird mir vieles nicht so gelingen, wie es mir hier gelingt und doch bin ich guten Mutes, dass mir sehr vieles viel besser gelingt und dass ich bei auftauchenden Konflikten verstehe, gelassener damit umzugehen.

Anbei eine kleine Auswahl meiner Therapieerfolge:

  • Dinge gehen mir nicht mehr zwangsläufig so nahe. Ich kann mich besser distanzieren und Gefühle kontrollieren. („Ich bin nicht mein Gefühl“, ein klassischer Lehrsatz)
  • Steigerung meiner Laufausdauer von 1000 Metern auf 25 Km (war aber ein Fehler, gegen und über den Schmerz mit einer „Ko-Woche“), bzw. 15 entspannte Kilometer.
  • Vollständiger Abbau meiner Zahnarztphobie (war fünf Jahre nicht mehr dort gewesen) und Restaurierung meiner Zähne
  • Lerne bewusster und gut mit Medikamenten umzugehen
  • Neunwöchige Alkoholabstinenz
  • Ich kann in einigen Situationen Entspannungstechniken sinnvoll einsetzen
  • Ich kann dem „Schneidedruck“ besser widerstehen.
  • Ich bin mir über viele depressionsauslösende Situationen bewusst geworden, mit denen ich besser umzugehen verstehe.
  • Ich habe gelernt, weniger entweder oder und alles oder nichts zu denken (wenngleich die Neigung dazu in vielen Situationen da bleiben wird).
  • Ich habe einen großen Teil dessen, was mich in besseren Zeiten ausmachte zurückgewonnen.
  • Ich kann mich wieder auch auf das Leben und auf Menschen freuen (habe aber vor vielem noch Angst).
  • Ich bin mutiger und gelassener geworden.
  • Ich habe vieles von mir zurückgewinnen und wiederentdecken können, manche Macken erkannt und gelernt dazu zu stehen, bzw. bewusster mit ihnen zu leben.
  • Ich kann selbstbewusster mit meiner „Anormalität“ sein und mich freuen, etwas Besonderes zu sein (auch wenn es das Leben gar nicht einfacher macht).
  • Ich habe gegen Ende der Therapie (meist mit Genugtuung) tagtäglich Erfahren, wie frei ich doch gegenüber meinen Emotionen, aber auch in meinem Verhalten sein kann.
  • Ich kann meine freie Zeit viel besser strukturieren und nutzen, wieder besser lernen und arbeiten und bin aufmerksamer gegenüber nicht zu bewältigenden Aufgaben, die ich mir in der Vergangenheit oft stellte und dann zwangsläufig daran scheiterte.
  • Ich habe ein Muster der Verhaltensmodifikation und Änderung erlernt, das ich ab und an selbständig anwenden zu können glaube.
  • Steigerung der emotionalen Intelligenz.

Dies als kleine Auswahl der Therapieerfolge. Besser meiner Erfolge. Denn die Erfolge kommen wohl nur, wenn man sich einlassen kann, bereit ist, sich von Lebenslügen zu lösen und die Zeit auch außerhalb der Therapien nutzt, um neues Verhalten selber oder angeleitet einzuüben. Im Einführungsvortrag wird den Patienten gleich gesagt, dass 80 Prozent der Erfolge auf die eigene Arbeit an sich und mit sich zurückzuführen sind. Dann darf ich wohl stolz sein.

Patienten auf Station 10

Das Alter der 24 Patienten lag zwischen 18 und 50 Jahren, etwas 2/3 waren wohl zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Verteilung zwischen Frauen und Männern betrug etwa 2/3 zu 1/3. Was die Krankheitsdiagnostik anbetrifft, so wurden bei allen wohl wenigstens auch „Persönlichkeitsstörungen“ festgestellt. Schwerpunkt hierbei waren wohl „Borderliner“, wobei ich ergänzen will, dass die Borderline-Störung ein ziemlich diffuses Krankheitsbild beschreibt. So kann der eine „Borderline bekommen“, weil er keine Nähe ertragen kann, der andere, weil er zu viel Nähe braucht.

Viele Mitpatienten hatten durchaus ihre charakteristischen und auffallenden Macken, die auch nach der besten Behandlung bleiben werden. Ich fand es wohltuend unter nicht „normierten, anders tickenden“ Menschen zu leben. Die Stimmung auf der Station war heterogen und wechselhaft, es konnte aber meist viel gelacht und Unsinn gemacht werden. Ein wenig erlaubt das Umfeld wohl, seine kindliche Ader auch auszuleben.

Die Stationsgemeinschaft entwickelt sich recht frei, womit ich sagen wird, dass es keine therapeutischen Gemeinschaftsaufgaben gab. Das macht für einige die ersten Tage oder Wochen schwer, ich habe es hingegen geschätzt zu keinen außertherapeutischen Aktivitäten verpflichtet zu werden.

 

Therapien (auf Station 10):

Die erste Therapie dauert auf der Station 10 üblicherweise 12 Wochen. In Absprache mit den Therapeuten kann die Zeit aber auch verkürzt werden. Im darauffolgenden Jahr ist eine „Intervall-Therapie“ möglich. Diese ist in der Regel acht Wochen lang.

Folgende Therapien gab/gibt es auf Station 10

Für alle: 1x Woche Einzelgespräch (bei Privatpatienten 2x, in Notfallsituationen waren zusätzliche therapeutische Kurzgespräche möglich)

2x Woche Kunsttherapie (relativ frei, meistens ohne Themenvorgabe oder Besprechung) mit den Materialien: Speckstein, Ton, Kreide und Farbe.

2x pro Woche Bewegungstherapie: Von Gruppensportarten, Körperwahrnehmungsübungen, aber auch Spaziergänge, getrennt in Männer und Frauengruppen.

2x Woche Achtsamkeitsübungen / Entspannungstraining (verschiedene, niedrigschwellige Meditationsverfahren, orientiert an der „progressiven Muskelentspannung“)

4x Gruppentherapie „Notfallkoffer“. Findet gegen Ende der Therapie statt, dabei werden in der Gruppe Bewältigungsstrategien in akuten Krisensituationen besprochen und ausgetauscht.

Bei individueller Indikation: 7 x 1,5 h Stationsübergreifende Gruppentherapie (Z.B. Angstgruppe, Depressionsgruppe, Fertigkeitsgruppe).

Zusätzlichen Sport, Krankengymnastik, Schwimmen

Massagen gibt es in aller Regel nicht

 

Andere Stationen

Die Station 9 ähnelt wohl der 10, jedoch ist der Schwerpunkt etwas auf Patienten mit Zwängen verschoben. Station 11 ist eine Frauenstation mit Essproblematik, Station 16 eine Frauenstation mit Essproblematik und Borderlinestörungen. Das äußere Therapieangebot ähnelt mit geringen Abweichungen dem der Station 10. Für Essgestörte Patientinnen gibt es eine Lehrküche und ein anfangs therapeutisch begleitetes gemeinsames Essen. Auf der Station 16 sind die Patientinnen in der Regel jedoch in (geräumigen) Zwei-Bett-Zimmern untergebracht.

Regeln und Verbote

Rauchen ist im Raucherpavillon und einem Raucherraum gestattet, ansonsten verboten. Es herrscht ein generelles Alkoholverbot, welches aber nicht sonderlich stark kontrolliert wird. Bei Verstößen kann es aber durchaus zu einem Klinikverweis kommen.

Wenn ab und an einmal eine Therapie versäumt wird, wird dies angesprochen und gelegentlich auch einmal geduldet. Aus belastenden Situationen in Sport- oder Gruppentherapien kann jeder jederzeit rausgehen.

„Ausgangszeiten“:

Die Teilnahme an den Therapien ist selbstverständlich verbindlich. Außerhalb der Therapien gibt es wenig Beschränkungen. Ein eigenes Auto darf mitgenommen und benutzt werden, Ausflüge in die Umgebung (Hamburg, Lübeck, Nordsee-, Ostsee) sind durchaus möglich.

Um 22:30 muss man –auch am Wochenende- wieder in der Klinik zurück sein. Auf Antrag ist jedoch auch ein „verlängerter Ausgang“ möglich.

Die ersten fünf Wochenenden müssen in der Klinik verbracht werden. „Belastungserprobungen über das Wochenende“ sind ab dem sechsten Woche möglich, jedoch brauchen sie eine therapeutische Begründung. Wenn der Wohnort über 500 Km entfernt ist, sind „Belastungserprobungen“ von Freitag bis Sonntag möglich, anderenfalls nur von Samstag bis Sonntag, oder Freitag bis Samstag. Am Wochenende wird nur ein sehr eingeschränktes Programm geboten. Mir hat die freie Zeit aber durchaus gut getan.

Das Äußere der Klinik und Zimmer

Der Klinikkomplex wurde 1995 erbaut und ist in einem durchweg guten und gepflegten Zustand. Die Klinik umfasst ca. 16 Stationen, davon ca. 7 für „Schmerzpatienten“. Auf jeder Station sind ungefähr 25 Patienten.

Alle Zimmer sind mit TV-Anschluss und Telefon ausgestattet, es gibt aber auch auf jeder Station einen Gemeinschaftsfernseher.

Es gibt eine kleine Sporthalle, ein kleines Schwimmbad, ein Volleyballfeld und mehrere Gymnastikräume. Diese Einrichtungen können auch außerhalb der „Bewegungstherapien“ frei benutzt werden.

Die Klinik hat überwiegend Einzelzimmer. Auf Station 10 und 11 gab es während meines Aufenthaltes nur Einzelzimmer. Auf der Station 16 sind die Frauen in der Regel in Zwei-Bett-Zimmern untergebracht, die aber für sich ganz gut abgetrennt sind.

Essen

Es gibt einen ansprechenden hellen Speisesaal. Die Teilnahme an den Malzeiten ist nicht verbindlich (Ausnahme: Essgestörte) und es gibt drei Büfetts: „Vollkost“,  „Vegetarisch“ und „Cholesterinarm“, von denen frei ausgewählt werden kann. Das Essen war sehr abwechslungsreich, frisch, gesund und dann auch noch lecker. Jeden Abend gibt es Salat, am Mittag Obst und am Morgen ein Frühstücksbüfett. Die beste Großküche, die ich bisher erlebt habe.

Bad Bramstedt und Umgebung

Bad Bramstedt ist ein verschlafener Kurort, der bessere Zeiten gesehen hat, hat aber alles an Läden, was man zum täglichen Bedarf so braucht, ist in einer viertel Stunde zu Fuß zu erreichen und hat einen Bahnanschluss, über den Hamburg in ca. einer Stunde zu erreichen ist.

In direkter Umgebung der Klinik befinden sich Wälder, ein Naherholungsgebiet, ein kleines Flüsschen, ein beheiztes Freibad und ein Golfplatz.

Bad Bramstedt, Ende Oktober 2004

Pascal Anders, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dieser Bericht darf für private Zwecke verwendet und vervielfältigt werden. Das Urheberrecht liegt bei mir, eine nicht private Verbreitung, Vervielfältigung oder ins Netz Stellung – auch von Auszügen – ist ohne meine Genehmigung ist nicht gestattet.

 

PS:Wer Fragen zu der Klinik hat, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzten. Allerdings rufe ich meine mails nur sporadisch ab. Es kann so durchaus ein oder zwei Wochen dauern, bis ich antworte.


ZUSATZ 8. November 2004

Bevor ich die Klinik verlasse, will ich noch eine Ergänzung und Warung loswerden. Auf der Station 10 waren auch Patienten mit einer „antisozialen Persönlichkeitsstörung“ und großen Aggressionsstörungen. Ich hatte einmal den übermäßigen Alkoholkonsum (ohne Menschen beim Namen zu nennen) bei den Therapeuten beklagt, weil ich den Eindruck hatte, dass er einzelnen und der Gruppe sehr schade. Zu diesem Schritt hatte ich auch vor der Gruppe gestanden. Anschließend entluden sich von einzelnen viele Aggressionen. Ich wurde mehrere Tage lang mit Beleidigungen begrüßt, körperlich bedroht und auch von Patienten, die mir wohlgesonnen waren aus Angst geschnitten.

Allerdings ging das therapeutische Team auch auf die Situation ein. In der Bewegungstherapie wurden fortan mehr „Körpererfahrungsübungen“, als Wettkampfspiele gemacht. Drei Männer wurden von der Station relegiert, andere bekamen mit einer Abmahnung oder einem „Alkoholvertrag“ eine – hoffentlich für sie und die Gruppe – hilfreiche „letzte Warnung“.

Hätte ich gewusst, welche Aggressionen meine Beschwerde über die alkoholisierten Abenden auf Station auslösten, hätte ich nicht öffentlich dazu gestanden. Andererseits hat jeder ein Recht auf ein geschütztes Stationsumfeld und sollte sich über aggressiv-alkoholisierte Stationsabende genauso, wie über Lärmbelästigungen beschweren dürfen. Ratsam wäre aber vielleicht, das leise zu tun.

Ein Jahr vor meiner Therapie in Bad Bramstedt war ich sieben Wochen in stationärer Therapie in der Klinik „Hohe Mark“ bei Frankfurt. In der Klinik wurde ich mehr fertig gemacht, als dass ich kompetente Hilfe erfuhr. Verordnet wurden nutzlose Arbeitstherapien, ich hatte in den sieben Wochen vier verschiedene Einzelpsychologen und bekam eine unwirksame Medikamente, die unsorgfältig überprüft wurden. Die Klinik behauptet auf Borderliner spezialisiert zu sein, hat aber keine speziellen Therapieformen. Für Sport und Kunsttherapien gab es in der Regel keine Vertretung und hohe Ausfallraten, eine Information über die Medikamente wurde den Patienten vorgehalten.

Aufgrund der negativen Erfahrungen mit in der Hohen Mark habe ich lange geglaubt, mir könne in einer Klinik nicht geholfen werden. Geht da bloß nicht hin!    



Renes Erfahrungsbericht:


Bericht von René Bad Bramstedt. 19.01.05 - 1.2.05

Zur Klinik: Sehr luxuriöse Klink! mit fast nur Einzelzimmern, 5 Sterne Essen, Stationen. Es gibt 3 Persönlichkeitsstörungen Stationen eine Allgemein (berücksichtigt. Borderline)

Eine reine Frauen Station spezialisiert auf borderline mit Essstörungen und eine mit Zwängen( was aber auf jeder auf allen 3 behandelt wird)

Das gute war man würde auch mit normaler Krankenhaus Einweisung genommen ( rotzfrech lehnte Die Kasse Reha Antrag ab!) in der Regel wird erstmal 8 Wochen übernommen mit 95% Verlängerung.

Also mit der Klinik war ich sehr zufrieden! Ich war 3 Monate in schrecklicher Psychiatrie in Berlin. Nur dem netten Oberarzt A. verdankte ich es dass ich nach nur 5 Wochen aufgenommen wurde! (durchschnittliche Wartezeit, auch weniger es reichte das ich dem Arzt erzählte, hab schlimmer VHERHALTENSWEISEN entwickelt und bin verzweifelt.) Internet, essen, schöne Zimmer, anderthalb stunden von Hamburg.

Die Schwestern gehen nach 17 ur nach hause. Die Medizinische Zentrale ist´ nachts offen, man kann jederzeit Gespräch mit Psychologen/ Arzt haben was in Psych nicht der Fall ist! Eine extra Notrufklingel ist am Zimmer telefon. Die MZ kommt auch zu einem z: B. bin ich samstag nicht aus bett gekommen, erzählte hab Depris brauch Pillen, wurde mir in 2. Stock gebracht!

Allein schön die gute Atmosphäre und Schönheit von Klinik brachte mein Lebensmut nach 3 Tagen wieder! bei Ankunft war ich hochgradig Suizidal und dachte es geht mir nie besser! Wollte sogar abrechen dank der netten CO Therapeuten (fast alle haben VT Ausbildung) blieb ich.

Therapie

Es beinhalt kognitive VT und DBT. das einzig nicht so gute war, es gab nur in der Woche 2 Gruppen (im net stand Zeit von8 bis 17.. Uhr es gab Einzelspräche, ich fand nicht so gut, als Betreuungstherapeuten hab ich einen nicht studierten Mediziner bekommen, ein Wechsel’ gab es nicht.

Patienten:

genau wie Pascal muss ich sagen es gab viele Probleme und Gewwaltbereite Patienten. Einige Männer hatten ein Problem mit meinem Schwul sein (die Frauen nicht:-)) nach dem ersten Tage wurde mir von 5 Leuten Gewalt angedroht, zwar wurde das von den Therapeuten thematisiert und als zu Unterlassen angesagt. Die anderen 4 hielten sich dran trotz mir abgeneigter Haltung z.B in den Gruppen gingen sie wegen mir raus, was in anderen DBT Therapien untersagt war z. B wenn ich erzählte das ich wegen Männern schneidete waren alle raus. Eine total unerhörte und unerzogene Frau bot am ersten Tag kackfrech Dresche an.

Ich machte ihr 5 mal deutlich, sachlich und ohne Gewaltandrohung klar das ich mich nicht so behandeln lasse ( liegt an meiner Gewaltvollen Kindheit) naja sie sagte das sie mir eine Klatscht und dann hielt ich ihr halt ein Löffel an Hals und drohte ( identifizier mich stark mit den Hinter Gittern Frauen :-), bin halt sehr selbstbewusst, sag wenn was zu weit geht das

schmeckte den nicht z.B beim Sport mschrei ich halt bissel das nahmen die als punkt ein Mann u Frau nahmen mich in Schutz. Konsequenz war, beide wurden entlassen (nach 12 tagen)und außerdem zerstörte diese Person ein Persönliches Mutmach bild, was an Tür hing! Jedenfalls fand ich das ungerecht in anderen borderline klinken fliegt man nur bei der Drohung schon, dann hätten 5 nach den ersten tagen gehen können. Meinem Therapeuten erklärte ich,  dass ich nie gewalttätig bin und das thematisieren möchte und an mir arbeite.

Zusammenfassend kann ich sagen es ist eine sehr gute Klinik! mit allen Störungsbildern. meiner Borderline Kollegen sagten sie haben alle Fortschritte gemacht! IN den Monaten davor ging nicht mehr einkaufen, Kontakt zu freunden abgebrochen, starke SV Gedanken- Versuche DICK geworden (bin Model) in den ersten Tagen war dit och noch so, am ersten WE fuhr ich mit meinen Notfallkoffer( bestehend aus persönlichen Dingen, die einem helfen Krisen, Schneidedruck Suizid Druck zu überstehen.) Nach Hamburg, ich fing an mich

wieder schick zu machen Klamotten kaufen usw. es geht mir blendend! trotz der Schwierigkeiten bewarb ich mich noch mal denke, ich kann auch Fortschritte machen(man kam jederzeit wieder aufgenommen werden!) In Brmen soll es eine Spezial Borderline Klink geben mit 5-mal pro Woche DBT (leider nirgends Adresse).


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