Borderline Zufall 04e

Angst

 

Angst ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Gefahren oder lebensbedrohliche Zustände. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte hat Angst die wichtige Funktion eines Schutzmechanismusses, der in Gefahrensituationen durch Ausschüttung bestimmter Hormine ein angemessenes Verhalten (Flucht oder Kampf) einleitet. Angst kommt also eine überlebensnotwendige Bedeutung zu als sinnvolle Handlungssteuerung, wenn reale Gefahr droht.

Krankhafte Angst hingegen unterscheidet sich deutlich von rationaler Risikominimierung. Das normale Maß an Unsicherheit, das zum Leben dazugehört, wird nicht als gegeben akzeptiert, sondern erzeugt eine extrem wirklichkeitsfremde Risikowahrnehmung. Hat ein Erkrankter schon häufiger Panikattacken aushalten müssen, tritt zusätzlich die Angst vor der Angst hinzu. (Siehe unten!)

Symptome:

  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Schwitzen
  • Zittern
  • weiche Knie
  • Erstickungs- oder Würgegefühle
  • Atemnot
  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Muskelschmerzen
  • Seh- und Wahrnehmungsstörungen
  • Magen/Darm-Beschwerden
  • Übelkeit
  • Brustschmerz

Angstanfälle oder Panikattacken zeichnen sich dadurch aus, dass sie wiederkehrend sind, sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind.                                                           

In der Regel entsteht in einer Panikattacke auch die Angst zu sterben (z. B. Herzinfarkt), Angst vor Kontrollverlust (sich bei einer Ohnmacht lächerlich zu machen) oder die Angst, wahnsinnig zu werden. Ein Anfall dauert meistens nur einige Minuten, manchmal auch länger. Anhaltender Schwindel, permanente Magen-Darm-Probleme, hartnäckige Nackenverspannungen sowie Kopfschmerzen können ebenfalls Zeichen einer Angststörung sein.


Angst vor der Angst

Die Angst vor der Angst kann auch als Erwartungsangst bezeichnet werden, wobei die damit verbundenen körperlichen Reaktionen den Betroffenen in einen dauerhaften Stress- und Alarmzustand versetzen. Dadurch werden die befürchteten Angstreaktionen, die unter allen Umständen vermieden werden sollen, oft erst ausgelöst. Auch das ängstliche in sich Hineinhorchen und Aufspüren geringster körperlicher Anzeichen für Angst kann erneut Panikattacken auslösen. Die Befürchtung sozialer Konsequenzen, Peinlichkeit und Scham sind dann schließlich das Motiv für die Vermeidung der Angst auslösenden Situationen bis hin zum totalen Rückzug.

 

Vermeidungsverhalten
Ziel der Vermeidung ist es, sich gar nicht erst einer solchen Situation auszusetzen. Kurzfristig schafft die Vermeidung Erleichterung, indem man einem Angstanfall entgeht, doch langfristig führt das Vermeiden zum unfreiwilligen Verzicht auf viele Dinge des modernen Lebens.
Dauerndes Vermeiden führt zur Generalisation, d. h. bei immer mehr Situationen werden Angstattacken befürchtet (gelernte Hilflosigkeit), was schließlich zum sozialen Rückzug und nicht selten zu Depression führt!


Ursachen

Innere Ängste, hervorgerufen durch ungelöste Konflikte und unbewältigte Verlusterlebnisse aus früherer Zeit, scheinen umgelenkt zu werden auf äußere Gegebenheiten wie bestimmte Gegenstände oder Situationen. So besteht die Möglichkeit, die innere Angst auf andere Art und Weise auszuleben. Auch erbliche Belastung spielt eine Rolle.


Therapie von Angst- und Panikstörungen                                                  

Zu den weit verbreiteten und klinisch relevanten Angststörungen zählen die Phobien (Agora-, soziale und isolierte Phobie), die Panikstörung und die Generalisierte Angststörung. Diese Angststörungen neigen unbehandelt zur Chronifizierung und sind häufig mit gravierenden Folgeproblemen (z. B. Entwicklung einer sekundären Depression, Risiko für Substanzmissbrauch, Überbeanspruchung des medizinischen Systems) verbunden. Deshalb kommt einer frühzeitigen Diagnosestellung und Einleitung einer adäquaten Therapie ein zentraler Stellenwert zu. Als effektive und wissenschaftlich überprüfte Behandlungsverfahren stehen besonders die kognitive Verhaltenstherapie und die Pharmakotherapie zur Verfügung.

Was kann ich dagegen tun?

 

  • Sprich in aller Ruhe mit einem Arzt, einer Ärztin, einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten über deine Symptome.
  • Wenn du keinen Therapeuten hast, suche dir möglichst bald eine/n Verhaltenstherapeutin/en. Angststörungen sind psychotherapeutisch recht gut behandelbar.
  • Nimm vor einer ärztlichen Untersuchung keine Medikamente und trinke keinen Alkohol zur Beruhigung.
  • Versuche, einige Entspannungstechniken anzuwenden, mit deren Hilfe die Ängste etwas zurückgehen könnten.
  • Atme bei einem Angstanfall – bewusst langsam – tief ein und noch langsamer aus, damit es nicht zu einer Hyperventilation kommt.
  • Iss eine Kleinigkeit. Stress und Aufregung führen zu einem gesteigerten Energieverbrauch, wodurch es u. U. zu einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) kommen kann. Die dadurch hervorgerufenen Symptome sind denen der Panik sehr ähnlich.
  • Denke 'positiv'!
    Beispiel: „Ja, dieser Schwindel ist sehr, sehr unangenehm, aber ich kann ja gar nicht ohnmächtig werden.“ ((Und warum nicht? Evtl. anderes Beispiel??))
  • Wenn der Angstanfall in einer speziellen Situation auftrat (z. B. Lift, Menschenansammlung, Parkgarage) und du diesen Ort fluchtartig verlassen hast, vermeide diesen Ort in Zukunft auf keinen Fall. Den größten Gefallen tust du dir, wenn du diese Situation – trotz Angstgefühlen – extra aufsuchst. Habe dabei keine zu große Angst vor der Angst bzw. den körperlichen Angstsymptomen! Lasse die gefürchteten Körperreaktionen ruhig aufkommen. Unser vegetatives Nervensystem sorgt von selbst dafür, dass sich die Angstgefühle und die körperlichen Begleitsymptome automatisch zurückbilden, sobald wir einige Zeit in der gefürchteten Situation verweilt haben!

Bücherempfehlungen:

Angst. Ursprung und Überwindung
von Holger Bertrand Flöttmann

Was ist Angst? Was berichten Menschen, die unter Angst leiden?
Definition der Angstneurose u. der Phobie ,Auswirkungen der Angst , Äußere Entstehungsbedingungen der Angstneurose , Auslösende Situation der Angstsymptomatik.

TinaP.





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